und Weckruf an Alle, die noch friedlich schlafen
Bitte beachten:
Der nachfolgende Brief ist mehr als ein Beispiel (und als ein Zwischenschritt) zu verstehen. Die eigentlichen Gründe dafür sind auf der Seite Meinungsvielfalt zu finden, welche daher zum besseren Verständnis zuerst vollständig gelesen und überdacht werden sollte.
(Diese Site incl. Unterseiten wurde zwischenzeitlich überarbeitet und wird ggf. auch weiterhin noch weiter überarbeitet werden.)
Liebe Verantwortliche und Mitarbeiter,
da ich hier mit euch sprechen möchte, und nicht über irgendwelche Andere berichtend, verwende ich das korrekte „du“ bzw. „ihr“. Der Höflichkeit wird dadurch nichts genommen, im Gegenteil: Nur ein persönliches Ansprechen ist, meiner Meinung nach, auch höflich und freundlich.
Was letztlich zeit-los ist…
Nachdem ich in letzter Zeit gesehen habe, wie beispielsweise Fernsehsendungen bezüglich der Bundestagswahl 2009 gestaltet wurden, sehe ich mich aus Gründen der Gerechtigkeit, welche zumindest mir selbst nach wie vor sehr wichtig ist, veranlasst, Folgendes nicht länger einfach tatenlos hinzunehmen, sondern aufzustehen und euch an folgende Dinge mal wieder zu erinnern:
Ihr seid vertraglich und gesetzlich (RStV, LMG), aber auch moralisch dazu verpflichtet, die Öffentlichkeit umfassend zu informieren und euch, ich zitiere, an "die Grundsätze der Objektivität, der Unparteilichkeit und der Meinungsvielfalt zu halten" sowie "die Auffassungen von Minderheiten zu berücksichtigen".
Bereits in der Präambel des Rundfunkstaatsvertrags ist zu lesen: "Öffentlich-rechtlicher Rundfunk und privater Rundfunk sind der freien individuellen und öffentlichen Meinungsbildung sowie der Meinungsvielfalt verpflichtet."
Kommt ihr diesen Verpflichtungen tatsächlich in angemessener Weise nach? (Wer überzeugt ist, dass das auf sein Medium nicht zutrifft, darf trotzdem weiterlesen.)
Ich weise außerdem darauf hin, dass hier auch gegen das Grundgesetz verstoßen wird (GG, Art. 3, Abs. 3). Dennoch möchte ich hier Niemandem "drohen", sondern nur darauf verweisen, dass auch Rechtsmittel möglich sind.
Seht doch mal selbst:
Überall in den Medien werden die großen Parteien gepuscht und die kleinen etc. als unbedeutend ausgesiebt! (Damit will ich jedoch nicht sagen, dass dies absichtlich geschieht!)
Wenn etwas wie Aktualität z.B. ständig um das selbe Thema und/oder die selben Personen kreist, verliert sie dann nicht ihre Eigenschaft? Ist sie dann noch aktuell? Wenn ihr den Fokus nur auf die Aktualität nach der Wahrscheinlichkeit der voraussichtlichen Regierung bzw. der momentanen richtet, dann bleibt diese „Aktualität“ ständig dieselbe und wird langweilig!
Und dennoch gilt Folgendes:
- Dies ist eine Bevorzugung der großen Parteien und eine Benachteiligung Anderer.
- Dies ist keine umfassende Information der Öffentlichkeit, wenn selbige lediglich oder übermäßig stark über die Programme und Ziele von nur einem Teil der wählbaren Parteien… oder die Meinungen(!) ihrer Vertreter informiert wird, und der Wähler hierdurch gezwungen ist, sich über die Ziele der „sonstigen“ Parteien etc. selbst zu informieren.
(!): Ich frage euch, ob diese „Meinungen“ auch tatsächlich von Bedeutung für den Zuhörer sind und ob das überhaupt zur Bildung gehört!?
Und wenn eure Absicht ist, den Zuschauern (sowie ggf. den Lesern) die Aus-/Wirkungen der Politik sowie die gesellschaftlichen Zusammenhänge zu erklären, warum bleibt es dann (nahezu) bei dieser? (Oder meint ihr damit den KIKA?)
- Objektivität, Unparteilichkeit (im weiteren Sinne) sowie der Meinungsvielfalt unter den Wählern wie auch den Zu-Wählenden (aber auch den Übrigen, die glauben, hierzu etwas beitragen zu können) Rechnung zu tragen, sind erst dann wirklich gegeben, wenn alle zur Wahl stehenden Parteien (etc.) in den Medien gleichberechtigt in Erscheinung treten bzw. zu Wort kommen können.
Das bedeutet:
- Dass wenn, dann über ausnahmslos alle gleichmäßig z.B. berichtet werden muss (z.B. auch in den Nachrichten),
- dass in Übersichten keine Parteien unter Begriffen wie „Sonstige“ u.ä. zusammengefasst werden dürfen (Übersichtlichkeit kann auch auf andere Weise geschaffen werden),
- dass ein Einladen von Politikern und anderen Sachkundigen zu Fernsehsendungen nicht auf Politiker der großen und Aufmerksamkeit erregenden Parteien beschränkt sein darf,
- dass Anzahl und Sendezeit der ausgestrahlten Partei-Werbespots für alle wählbaren(?) Parteien gleich groß sein müssen, und dass dies nicht von den finanziellen Mitteln derselben abhängig sein darf. Hierfür muss Sorge getragen werden, indem z.B. ein Fond gegründet wird, in welchen jede Partei einen bestimmten Prozentsatz ihrer zur Verfügung stehenden Mittel einzahlt, wenn sie für sich werben möchte.
Dies sind jedoch nur einige Beispiele!
Einseitige Aktualität fördert Macht.
In keinster Weise darf die Größe einer Partei oder die Fähigkeit, auf sich aufmerksam zu machen, ausschlaggebend oder mitbestimmend für die Entscheidung einer Präsentation in der Öffentlichkeit, und somit auch auf ein Wahlergebnis sein: Allein Programminhalte sowie klare, unpersönliche, sachliche und fachlich kompetente Aussagen sollten hierauf Einfluss nehmen können; denn Größe z.B. zielt lediglich auf Macht ab, die Qualität bleibt davon unberührt. (Und Niemand sollte sich mehr von großspurigem Geschwafel, künstlich eingehämmerter Gestik oder "dem seriösen Auftreten" blenden lassen. Wie viel Aufrichtigkeit kann man denn von Jemandem erwarten, der sich nicht einmal mehr natürlich bewegen will, bei dem allein schon die Gestik darauf abzielt, einen unbewusst zu manipulieren?)
Alles andere ist nicht gerecht, sondern vor-eingenommen oder subjektiv und daher diskriminierend. Und Diskriminierung verstößt nicht nur gegen das Grundgesetz, sondern auch gegen das Rechtsempfinden eines jeden Menschen, der ein solches noch besitzt.
Wenn ihr die Auswirkungen unverhältnismäßiger Gewichtung nicht beachtet:
Eure Berichterstattungen richten sich nach der Aktualität der Ereignisse, was einerseits ja auch nachvollziehbar ist, doch dabei entscheidet ihr ja selbst darüber, was erwähnenswert ist: z.B. ein Bericht über ein neuartiges Skateboard. Aktuell ist das sicher, doch ist es im Hinblick auf z.B. eine Bundestagswahl und damit die Gestaltung unserer Regierung auch wichtiger als Information über die antretenden Parteien bzw. die Aussagen fachkundiger Personen?
Die Medien selbst mögen ja über sämtliche Parteien informiert sein, doch was nützt das der Öffentlichkeit?
Die Klein-Parteien oder auch Einzelne mit interessanten Ideen haben zwar keine Mitgestaltungsmöglichkeiten der Regierung, aber habt ihr euch mal gefragt, warum es sie gibt bzw. warum sie teilweise überhaupt zur Wahl antreten, obwohl ihnen dies ebenfalls bekannt sein dürfte?
Könnt ihr den (Un-)Willen der Zuschauer bzw. Leser etwa nicht wahr-nehmen? Oder glaubt ihr, das wäre nur eine unbedeutende(?) Minderheit? Wie viele es sind, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass „minder“ nicht dasselbe ist wie „wenig“, also auch sehr viel sein kann, dass „minder“ auch nicht dasselbe ist wie „unwichtig“, dass „ein einzelnes Programm die Bildung der öffentlichen Meinung nicht in hohem Maße ungleichgewichtig beeinflussen darf“ und dass „Auffassungen von Minderheiten zu berücksichtigen sind“ (LMG, § 25). Ich sage euch das als Einzelperson und damit bin ich bereits eine Minderheit, aber ich stehe hier nicht allein (und besonders nicht für mich selbst)!
Um es noch mal klarzustellen: Nach der Aktualität gehen begünstigt auch. Denn es sagt auch etwas darüber aus, was für unwichtig gehalten wird.
Natürlich ist mir klar, dass ihr nicht für jeden einzelnen Zuschauer (/ Leser) ein eigenes Programm bereitstellen könnt: Das wäre ja auch völlig unlogisch! Aber ihr könntet die Beiträge (ggf. auch untereinander) nach Anzahl, zeitlicher Setzung und/oder Inhalt in eine Relation zur Art der Zuschauer- / Leserwünsche bringen. Dies bedingt zweifellos einen höheren Aufwand, der sich jedoch auch für euch lohnen könnte. (Frage: Macht ihr es euch evtl. auch ein wenig zu leicht?)
Der "kleine Wähler" könnte z.B. fragen:
Warum wird eigentlich davon ausgegangen, dass alle in Frage kommenden Wähler sich nur für die bekannten Parteien interessieren? Denn schließlich folgen ja die Berichterstattungen wie auch Fernsehsendungen aller Art zu diesem Thema diesem Vorurteil.
Die Antwort darauf ist wohl: Man geht davon aus, dass die meisten der Leser und Zuschauer sich in erster Linie für diese Parteien interessieren, da sie ja mit Sicherheit weiterhin im Parlament (solange es eins gibt) vertreten sein werden.
Die Fragen sind nur: Was bekommen sie denn eigentlich zu hören? Werden ihre Fragen wirklich sachlich beantwortet? Und wo bleibt dann auch noch der kleine(?) Rest der Zuschauer/Leser, der sich, warum auch immer, nicht (mehr) bzw. ausschließlich für die „Großen“ interressiert?
Oder könnte die Zeit für solche „Diskutier“-Runden (z.B.) bzw. der Platz für Mitteilungen über alle möglichen Nebensächlichkeiten nicht auch sinnvoller und in dieser Sache interessenbezogener für die Zuschauer bzw. Leser gestaltet werden?!
Ich möchte an dieser Stelle noch mal hervorheben, dass „Größe“ hier nicht gleichbedeutend ist mit „Intelligenz“, „ausgereiftes Konzept“ oder auch „gutes Benehmen“ und „Aktualität in den Medien(!)“ nicht völlig unabhängig ist von Bedeutsamkeit oder Wichtigkeit für die Zuschauer / Leser.
Natürlich müssen kleine Parteien und Andere nicht in Form eines Porträtierens in die Öffentlichkeit gebracht werden – zumindest nicht dann, wenn sie es sich leisten können, dafür selbst zu sorgen, und ausreichende Mittel besitzen, dies im selben Umfang tun zu können wie die wohlhabenderen.
Letztlich geht es auch um eure Interessen!
Wäre es denn so verwerflich, auch über deren Themen zu berichten oder sie zu betreffenden Fernsehsendungen einzuladen (es müssen ja nicht alle gleichzeitig sein, es kann von Sendung zu Sendung wechseln)? Ich könnte mir vorstellen, dass verschiedene Mischungen von wenigen Personen aus allen Parteien(?) für die Zuschauer sogar noch interessanter sein könnten. (Aber nicht nur für die Zuschauer, auch für die Teilnehmenden selbst an solchen "Runden" könnte es sehr aufschlussreich sein. Ich hoffe, ihr habt diesen Wink verstanden.) Was meint ihr dazu? Könnte man dem Gähnen der Zuschauer hierdurch nicht entgegenwirken?
Und was macht die Katze?
Politische Interessenvertreter erst dann stärker zu berücksichtigen, wenn sie Aussicht auf einen größeren Wahlerfolg aufweisen können, hat außerdem noch einen Haken:
Da sie das Interesse der Öffentlichkeit nicht erreichen können, erfährt man auch fast nichts über sie, und da sie relativ unbekannt sind, können sie auch das Interesse der Öffentlichkeit nicht wecken.
Kurz: Keiner berichtet über sie, weil sie keiner kennt, und keiner kennt sie, weil keiner über sie berichtet.
Da beißt sich die Katze in den Schwanz!
So wird sich nie was ändern! Das ist ein Teufelskreis! Und so ein Teufelskreis entsteht durch Ungerechtigkeit (z.B.). Oder wollen die Medien etwa nicht, dass sich was ändert?
Einige der hier gestellten "Forderungen" sind gewiss nicht leicht zu verwirklichen. Doch wer das nicht geregelt bekommt, sollte im Sinne der Gerechtigkeit gegebenenfalls auf Einiges verzichten. Allerdings hoffe ich, dass ihr euch darum bemüht und auch die neuen Möglichkeiten hierbei erkennt. Denn wenn nicht, wäre das für uns alle sehr schade.
Mir ist klar, dass das hier Geschriebene einen fundamentalen Charakter hat. Doch das ist nun mal nicht zu ändern, denn die Gerechtigkeit selbst ist fundamental und absolut!
Der Aufruf an Alle:
(Eine leise Stimme, die euch mal ins Gewissen reden will:)
- Gehörst du zu denen, die dies hier gleich wieder wegschieben und nicht verstehen wollen, worum es geht? (Dann solltest du das Ganze hier vielleicht doch mal genau lesen!)
- Oder zu denen:
…, die lieber zusehen, was Andere tun, und sich daran orientieren bzw. hoffen, dass die das schon schaffen - einzeln? - …, die sich lieber ärgern und schimpfen, aber selber die Hände im Schoß lassen und sich damit begnügen, Andere, die aktiv werden, zu loben oder zu kritisieren?
- Gehörst du zu denen, die nicht fähig sind, eine eigene, persönliche Entscheidung zu treffen?
Wer jetzt nicht wachsam ist und handelt, muss weiterhin mit den Folgen leben! (Dies gilt für euch Angesprochene wie auch für jeden einzelnen Leser!)
Jetzt ist es deine ganz persönliche Entscheidung: Aufzuwachen und aufzustehen(!) oder weiterzuschlafen und vom Besseren zu träumen!
Wenn du nicht zu den hier Angesprochenen gehörst bzw. dich trotzdem angesprochen fühlst, und noch weißt, was richtig ist, dann schließe dich uns an:
Setz’ deinen Namen in die Liste (s.o. "Unterstützen!") und verbreite es auch weiter!
In diesem Sinne: Für Gleichberechtigung und Gerechtigkeit (usw.), zumindest und besonders hier in Deutschland, aber auch als gutes Beispiel für andere, schließe ich diesen Brief mit einem freundlichen Gruß an dich.
Karin (Münz)
Ergänzende Bemerkungen
Nur als kleiner Hinweis: Diese Website enthält, besonders in den Unterseiten, sehr viel, was zum Nachdenken anregen kann. Wenn ihr den Text nur überfliegt, könnte euch dadurch manches entgehen.